Faser- und faserproduktorientierte Prüfmethoden

Das Kompetenzfeld Faser- und faserproduktorientierte Prüfmethoden entwickelte sich auf der Grundlage der Forschungsarbeiten des Instituts im Bereich der Fasercharakterisierung und der daraus entstandenen Arbeitsgruppe Fasermesstechnik. Ausgehend von der Charakterisierung der Rohstoffe Baumwolle und Wolle und der Prüfmethoden-Harmonisierung erfolgte eine Übertragung auf neue Faserarten und die Analyse von Faserhalbzeugen verschiedener Prozessstufen. Zusätzlich wird heute über die Laborcharakterisierung hinaus an produktionsbegleitenden Messungen gearbeitet.
Das Tätigkeiten des Kompetenzfelds erstrecken sich heute über die 4 Themenschwerpunkte Harmonisierung von Faserprüfungen, Online-Messungen, Qualitätssicherung in der CFK-Produktion sowie Faser- und Halbzeugprüfung.
Die Harmonisierung der Faserprüfung hat stark an Bedeutung gewonnen. Zu den klassischen Aufgabenstellungen gehören
- die Leitung und Durchführung des Bremer Baumwollrundtests [Details]
- die Verwaltung von Feinheitskalibrierstandards und Durchführung von Rundtests im Bereich der Wollprüfung im Auftrag von INTERWOOLLABS [Details]
- die Arbeit als Designated Laboratory für das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA zur Herstellung von international gültigen Baumwollkalibrierstandards
- die Beteiligung an nationalen und internationalen Gremien zur Harmonisierung der Faserprüfung:
- International Textile Manufacturers Federation (ITMF) International Committee on Cotton Testing Methods: Leitung der Length Working Group
- Arbeit im Management Committee von INTERWOOLLABS
- Mitarbeit im DIN Normenausschuss Materialprüfung (NMP) – Arbeitsausschuss physikalisch-technologische Prüfverfahren für Textilien (NA 62-05-21)
- ICAC Task Force on Commercial Standardization of Instrument Testing of Cotton (CSITC Task Force)
Im Jahr 2003 entstand im International Cotton Advisory Committee (ICAC) der Wunsch, die instrumentelle Klassierung der Baumwolle durch eine systematische Harmonisierungsarbeit bis zur Kontraktfähigkeit zu ertüchtigen und damit die manuelle Baumwollklassierung zu ersetzen. Daraufhin wurde vom ICAC das Expert Panel für die kommerzielle Standardisierung der Instrumentellen Baumwollklassierung (CSITC) gegründet. Das Faserinstitut ist seit der Gründung Mitglied der CSITC Task Force. Im Rahmen der Mitgliedschaft wurde das Faserinstitut Bremen gemeinsam mit dem USDA im Dezember 2004 beauftragt, Regeln für die Überprüfung und Zertifizierung von Baumwolllabors zu erstellen.
Die zwei zentralen Aspekte der Arbeit des FIBRE im Rahmen des CSITC sind:
- die Gestaltung eines Systems zur weltweiten Überprüfung und Bewertung von Baumwolllabors durch Rundtests [Details] und
- die Erstellung eines Unterstützungssystems für die Baumwollproduzierenden Länder in Afrika, um den Qualitätsanforderungen der instrumentellen Baumwollklassierung gerecht zu werden. Dazu werden Regionale Technische Zentren in Mali und Tansania für die Regionen West- und Ostafrika aufgebaut und partnerschaftlich begleitet.
Im Rahmen eines vom Common Fund for Commodities finanzierten Kurzprojektes wurden die nötigen Planungen für die genannten Arbeitspunkte durchgeführt. In Folgeprojekt, das im Dezember 2007 mit einem Fördervolumen von insgesamt 8 Mio. USD offiziell startete, werden die Arbeiten bis 2011 umgesetzt. [mehr zum Projekt]











