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Entwicklung einer industriellen Bereitstellungskette von Brennnesseljungpflanzen bis zur Nesselfaser. Teilvorhaben 4: Qualitätskontrolle entlang der Wertschöpfungskette.

Motivation und Ziel

Fasernessel (Urtica dioica L. convar. fibra) kann auf landwirtschaftlichen Böden von unterschiedlichster Güte angebaut werden und vermag hochwertige Faserrohstoffe zu liefern. Dabei betragen die Faseranteile der bisher auf großen Flächen angebauten Pflanzen ca. 10 – 12 %. Neuere, ab 2011 auf kleineren Flächen angepflanzte, Klone kamen auf Fasergehalte von 17 – 20 % (Projekt „Fasernessel“). Da bisher keine Ergebnisse von großflächigen Feldversuchen > 0,5 ha vorliegen, ist deren Etablierung und Untersuchung hinsichtlich Ertrag und Qualität der Pflanzen bzw. daraus gewonnener Fasern ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt.

Neben der etablierten vegetativen Vermehrung ist Erzeugung und konventionelle Aussaat von in vitro erzeugten somatischen Embryoiden durch den Partner IfP ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Wertschöpfung in der Bereitstellungskette. Weitere Verbesserungen sollen durch zielgerichtete Untersuchungen in der praktischen Landwirtschaft unter Koordinierung von 3N erreicht werden. Für den anschließenden Primäraufschluss von Faserpflanzenstroh sind in den vergangenen Jahren durch den Partner ATB verschiedene technische Innovationen entwickelt und in einer Pilotanlage umgesetzt worden. Dadurch kann eine deutliche Reduzierung der maschinentechnischen Aufwendungen erreicht werden.

Die Projektergebnisse der landwirtschaftlichen Teilvorhaben sollen wesentliche Erkenntnisse für die Etablierung des Praxisanbaus von Fasernesseln in Niedersachsen (sowie darüber hinaus) liefern. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Erträge und Qualitäten und damit zur Verbesserung der Wertschöpfung in der gesamten Bereitstellungskette beitragen. Nur dann kann die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Kulturen dargestellt und damit die Chancen für die Ausweitung der Anbauflächen erreicht werden.

Im Rahmen dieses Teilprojektes soll eine unabhängige Bewertung der Faserqualitäten verschiedener Anbaustellen und Aufschlussverfahren vorgenommen werden. Hauptziel ist dabei die Minimierung der Prozessverluste unter Beibehaltung der Faserqualitäten. Schwerpunkt der Untersuchungen sind die Messungen von Aufschließbarkeit, Faserfestigkeit und Faserfeinheit, um anhand dieser Parameter den Erfolg der Arbeiten bewerten und geeignete Verarbeitungskriterien festlegen zu können.

Ansprechpartner: Dr. Holger Fischer